Artikel aus der Ostsseezeitung vom 27.01.2012
Sanitzer tauschten Nettigkeiten bei Neujahrsgesprächen aus
Oberstleutnant Frank Schulz vom Bürgermeister mit „Sanitzer Hasen“ geehrt.
Sanitz – Etwa 100 geladene Gäste aus der Region Sanitz hatten sich am Sonnabend zu ernsten Wortwechseln und heiterem Geplauder in der Siebenbuchen-Kaserne eingefunden. Die Flugabwehrraketengruppe 21 (FlaRakGrp 21)hatte zu den Sanitzer Neujahrsgesprächen geladen, um das vergangene Jahr auszuwerten und das neue zu begrüßen. Mit einem lauten Räuspern leitete Oberstleutnant Frank Schulz, Kommandeur der FlaRakGrp 21, seine Rede ein und hieß die Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Militärs willkommen. Er berichtete von persönlichen Erfahrungen aus Afghanistan, von internationalen Einsätzen 2011 und regionalen Neuigkeiten, wie der Erhaltung des Standortes Sanitz mit der Siebenbuchen-Kaserne. „Es ist eine gute Entscheidung für unsere Region, den Standort in Mecklenburg- Vorpommern zu halten“, sagte der Kommandeur und ergänzte, dass somit in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum der Garnision Sanitz gefeiert werden könne. Einen kleinen Vorgeschmack der Feierlichkeiten hatte Bürgervorsteher Thomas Möller vorbereitet, in dem er mit allen Gästen unter Akkordeon-Begleitung das Mecklenburg-Lied sang. Anschließend überreichte Bürgermeister Joachim Hünecke als Anerkennung den „Sanitzer Hasen“ an Oberstleutnant Frank Schulz , der wiederum einen Scheck in Höhe von 600 Euro zurückreichte. Das Geld aus Glühweinverkäufen kommt den Seniorengruppen und -vereinen der Gemeinde Sanitz zugute. „Wir wollen aber auch an die Zukunft denken“, sagte Schulz und übergab auch der Patenkita Siebenbuche einen Scheck, bevor die Gespräche und das Buffet eröffnet wurden. Anne Kubik
Joachim Hünecke überreicht Frank Schulz den „Sanitzer Hasen“.
Beim Neujahrstreffen gab es angeregte
Gespräche.
Fotos (2): Anne Kubik
Artikel aus der Ostsseezeitung vom 27.01.2012
Ein Tiefbauer bleibt auf dem Boden
Joachim Hünecke will weiterhin Bürgermeister in Sanitz bleiben. Auf den Grundlagen, die auch er geschaffen hat, soll sich die Politik nun um die angenehmen Seiten des Gemeindelebens kümmern.
Von Michael Schißler
Sanitz – „Am Dienstag war immer Schlipstag“ – das waren die Zeiten, in denen Joachim Hünecke, Bürgermeister der Gemeinde Sanitz, noch halbtags „bürgermeisterte“ – und dienstags war sein Sprechtag. Heute ist es anders, der Mann trägt häufiger eine Krawatte und ist hauptamtlicher Verwaltungschef. Und das will er auch bleiben, deswegen bewirbt sich der 60-Jährige bei der Bürgermeisterwahl in Sanitz wieder um diesen Posten. Die Entwicklung der Gemeinde und der Aufbau des vorherigen Amtes Sanitz sind seit rund 20 Jahren eng mit dem Namen des Mannes verbunden, der in Rostock geboren wurde, Landmaschinenschlosser lernte, als Arbeiter im Tiefbau schuftete, später ein Studium im landwirtschaftlichen Tiefbau machte. Hünecke arbeitete auch viele Jahre im Spezialwasserbau. „Das war eine tolle Zeit“, sagt der Amtsinhaber, zumal es dort ebenso große Dinge zu bewegen gab wie später in der Politik. „Wir haben in Magdeburg einen Schwimmbagger zerlegt und im Gebirge wieder aufgebaut“, erzählt er. Zerlegt in viele kleine Dörfer war zuerst auch das Amt Sanitz, das Hünecke als Amtsleiter zusammenführte und sich später dafür einsetzte, dass die Großgemeinde Sanitz aus der Taufe gehoben werden konnte. Für die 17 Dörfer „haben wir gut Fusionsprämie abgegriffen“ und damit die Orte entwickelt, sagt der Kandidat Hünecke. „Wir haben Feuerwehrwagen gekauft, Straßen und Radwege gebaut – das war ideal.“ Nun sieht es etwas weniger ideal aus, denn die Mittel von Land, Bund und Europäischer Union werden weniger. Das ist für ihn sicher. „Deswegen müssen wir das, was wir haben, erhalten.“ Das sind die Schulen, die Sportstätten, die Gemeinschaftshäuser und die Sanitzer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft, die ein wichtiges Instrument in der Baupolitik der Großgemeinde ist. Mit der Erhaltung allein ist es aber nicht getan. Hünecke will „eine angemessene Ergänzung“ dessen, was schon da ist. Sein Schandfleckprogramm soll umgesetzt werden: Der Bahnhof in Sanitz gehört dazu. Was kann die Gemeinde mithilfe ihrer Entwicklungsgesellschaft aus ihm machen? Außerdem denkt er daran, das Erholungsgebiet Lüsewitzer See auf ein höheres Niveau zu heben. Die dortige Gastronomie muss verbessert werden, sagt Hünecke. Außerdem soll das Sportler- und Vereinsheim kommen, auch für Groß Lüsewitz – die Pläne dafür liegen schon im Bauamt. Für diese Vorhaben braucht er Geld. „Deswegen werde ich alles dafür tun, dass durch die Ansiedlung von Solarenergie bei uns Mittel aus Verpachtungen von Flächen in die Gemeindekasse kommen“, versichert er. „Der Standort hat vieles zu bieten. Wir haben die Nähe zu Rostock, die Bundeswehr, wir haben Handel und Gewerbe, und mit Groß Lüsewitz sind wir in der Forschung vertreten“, so Hünecke. Die Gemeinde umfasst 5730 Einwohner, 364 Gewerbebetriebe, 50 Freiberufler, eine Kirchgemeinde, Schulen und Sporthallen, dazu diverse Vereine. Da müsse das Leben gestaltet und organisiert werden, meint der Bürgermeister. Das koste auch. Hünecke hat seine Finger ausgestreckt in Richtung Schwerin. Dort wollen sie bald Geld verteilen – als kommunale Kofinanzierung. Da muss er da sein, der Mann, der gern Großes bewegt. „Von allein kommt das Geld nicht.“ Da muss er ein bisschen nachhelfen: „Und dafür muss man auch verdammt viel unterwegs sein.“
Kein Sprechtag, trotzdem Krawatte: Joachim Hünecke will weiter an der Gemeinde Sanitz bauen.
Foto: Hartmut Klonowski
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Die Wahl in der Gemeinde
Sanitz wählt seinen Bürgermeister am 5. Februar. 4898 Wahlberechtigte können ihre Stimme abgeben. Zur Wahl stehen Susann Beßler (30, Volljuristin), Olaf Niendorf (47, Diplomingenieur), Ronny Klein (36, Bauunternehmer) und der jetzige Amtsinhaber Joachim Hünecke (60), mit dessen Vorstellung die OSTSEE-ZEITUNG die Porträtreihe der Bürgermeisterkandidaten abschließt. Erreicht keiner der Kandidaten 50 Prozent der Wählerstimmen, kommt es zu einer Stichwahl. Sie ist für den 19. Februar terminiert.
Artikel aus der Ostsseezeitung vom 21./22.01.2012
Ein kleiner Baulöwe beißt sich durch
Jörg Nerger investiert in der Gemeinde Sanitz. Damit bekommt die Kommune nicht nur
ein größeres Wohnungsangebot – das Unternehmen hält seine Leute dauerhaft im Job.
Von Michael Schißler
Sanitz – Er hat als Maurer gearbeitet und als Bauleiter, er ist Meister und hat jeden Menge Erfahrungen auf dem Bau: Jörger Nerger, 53 Jahre alt. Nerger hat das Wohngebiet Am Erlenhain erschlossen und vermarktet es nun, investiert selbst in eine Anlage für barrierefreies Wohnen – mit ziemlich gutem Erfolg. „Wir verkaufen die Wohnungen – und nicht nur an Senioren“, sagt er, „auch an junge Menschen, die entweder selbst drin wohnen wollen oder die Wohnung als Kapitalanlage kaufen.“ Jörg Nerger hat wieder einmal richtig gelegen. Davon haben auch seine Leute etwas: „Mit dem Projekt Am Erlenhain sorge ich dafür, dass meine Leute und ich Arbeit haben.“ Dafür geht er finanziell selbst ins Risiko und sorgt dafür, „dass ich jedes Jahr einen größeren Auftrag in den Büchern habe.“ Fünf Beschäftigte hat Nerger, jedenfalls jetzt, nachdem der Boom der Nachwendejahre vorbei ist. Es ist aber gut möglich, dass er noch ein, zwei oder gar drei Mitarbeiter einstellen muss. „Die Nachfrage ist derzeit enorm“, sagt der Sanitzer Unternehmer, „sonst schaffen wir die Arbeit nicht.“ Der Baubetrieb Nerger gehört zum Bauhauptgewerbe, das heißt, er stellt die Rohbauten hin, alles andere erledigen Subunternehmer. Jörg Nerger hat seinen Markt gefunden. Nach der Wende stellte sich ihm die Frage: Was nun? „Knochen kaputt – dann kannst du nur noch aufs Sozialamt gehen.“ Er hat dann lieber eine Meisterschule besucht und sich seinen eigenen Betrieb aufgebaut. Und er kann auch sagen, wie das alles begann: „Mit Angst ging das los.“ Zuerst beschäftigte er zwei Mann. „ Mein Büro hatte ich in unserem heutigen Wohnhaus“, erzählt er. Aber seine Frau Brigitte, „mit der ich immer für den Betrieb zusammengearbeitet habe“, wollte keine Bauleute und -besprechungen bis in die tiefe Nacht im Hause haben. Nerger suchte sich neue Räume in der Rostocker Straße, in denen sein Unternehmen noch heute seinen Standort hat. Dies Büro teilt er übrigens mit seiner Frau. Die Angst hat sich wohl gleich gelegt, nachdem Jörg Nerger klar wurde, dass er auf dem richtigen Weg ist. Mittlerweile baut er seit mehr als einem Jahrzehnt in der Region Einfamilienhäuser. „ Nun ist es so, dass von den ersten meiner Bauherren die Kinder kommen und mit uns bauen wollen“, freut sich Nerger, der nach seinen Schätzungen in seiner beruflichen Laufbahn wohl „etwa 300 Häuser“ errichtet hat. „Davon gibt es keins doppelt.“ Damit hat er sich sein Stammpublikum aufgebaut – und mit seiner Offenheit. „Wenn jedes zweite Wort des Kunden ,Geld’ und ,billig’ ist“, sagt der Handwerker, dann kämen sie meistens nicht zusammen. Da müsse schon Sympathie sein und gegenseitiges Verständnis. Denn: Was später Pfusch der Bauleute gewesen sein soll, sei im Ursprung die Sparsamkeit des Bauherrn gewesen. Auf diese Spur will Jörg Nerger nicht. „Klein und fein soll es sein“, sagt er, sein Bauunternehmen, das sich in Sanitz auch mit der Bebauung des Brunnenhofes einen Namen gemacht hat. Bestand soll es außerdem haben, denn der Nachfolger, Sohn Frank, arbeitet schon im Betrieb mit.
Bernd Düwel baut im barrierefreien Wohnen
Am Erlenhain die Fernwärmeheizung ein.
Bauunternehmer Jörg Nerger (re.) bespricht mit Fliesenleger AlexanderWenzel die Fliesenauswahl.
Fotos(2): Hartmut Klonowski*****************************************************************************************************************************
Betongold
Die Finanzkrise und die Angst vor einer Inflation lassen derzeit das Geschäft der Bauunternehmen blühen. Viele Menschen suchen sich Immobilien, weil sie hoffen, dort einer Geldentwertung entgehen zu können. Das ist unter anderem an der Entwicklung um das Wohngebiet Am Erlenhain in Sanitz abzulesen. „Die Grundstücke verkaufen sich dort gut“, sagt Jörg Nerger. Insgesamt sind 45 Parzellen für den Bau von Einfamilienhäusern vorgesehen, 17 sind bereits verkauft. Vier Grundstücke konnte Nerger in der ersten Woche dieses Jahres veräußern. Der Bauunternehmer selbst errichtet zwei Wohnblöcke mit jeweils zwölf Wohnungen, die barrierefrei sind, ihre Grundflächen liegen zwischen 55 und 75 Quadratmeter. Auch sie finden guten Absatz.
Artikel aus der Ostsseezeitung vom 19.01.2012
Gemeinde schließt Großprojekte ab
Die Sanitzer haben kräftig in die Tasche gegriffen: Investiert wurde ins barrierefreie Wohnen und in die Schule.
Beide Projekte sollen die Infrastruktur auf Dauer sichern. Neue Einwohner zieht das Baugebiet Erlenhain an.
Sanitz – „Die vollständige Vermietung der neuen 23 barrierefreien Wohnungen in der Friedensstraße zeigt, dass wir mit unserer Entscheidung richtig gelegen haben.“ Sanitz’ Bürgermeister Joachim Hünecke freut sich darüber, „dass wir einerseits damit die älteren Bürger in der Gemeinde halten können, andererseits auch Zuzug bekommen haben. “Die Investition von 1,8Millionen Euro sei für die Sanitzer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft – einer 100-prozentigen Tochter der Kommune Sanitz – auch eine wirtschaftliche Frage gewesen, die nun aber positiv beantwortet sei. Dadurch, dass die Gemeinde ihre Entwicklungsgesellschaft mit dem Bau auf dem Grundstück beauftragte – zuvor stand dort die Grundschule – „haben wir auch Einfluss auf die Gestaltung nehmen können“, sagt Hünecke. „Drei- oder Viergeschosser“, ergänzt der Geschäftsführer der Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft Lothar Thesenvitz, „hätten in dieses reine Wohngebiet nicht gepasst.“ Die allerdings wären wohl gebaut worden, wenn die Kommune das Grundstück verkauft hätte und ein privater Investor zum Zuge gekommen wäre. Mit dem Abriss der Schule habe man so auch gleich städtebaulich gewirkt, sagt Hünecke. Übernommen habe die Gemeinde Sanitz nun auch das Wohngebiet Am Erlenhain, berichtet der Bürgermeister. Damit seien jetzt alle öffentlichen Bereiche dort in der Obhut der Gemeinde, dies beziehe sich auf die Gehwege, die Beleuchtung und die Straßen. Der Erlenhain sei von einem privaten Investor erschlossen worden, die Baugrundstücke würden auch von ihm verkauft. „Die Gemeinde Sanitz hatte lediglich Aufwendungen in Höhe von 75 000 Euro für die Planungen“, sagt Bürgermeister Hünecke. Er freue sich, dass es gelungen sei, einen neuen Supermarkt am Erlenhain anzusiedeln. Ein anderer verlagert seinen Standort dorthin und baut derzeit. Hünecke hofft darauf, dass sich für die demnächst leerstehende Verkaufsfläche an der Tessiner Straße und den ehemaligen Supermarkt an der Rostocker Straße wie der Betreiber finden. Beide Gebäude befinden sich im Privatbesitz. „Wir wollen hier keine leeren Schaufenster haben“, sagt der Bürgermeister. Den Einweihungstermin für den Erweiterungsbau der Grundschule, der am Gymnasium entsteht, wird die Gemeinde halten können. „Wir werden am 31. März fertig sein“, sagt Hünecke. Das neue Gebäude wird Fachräume haben und ein Büro für die Schulleitung. „Wir sind soweit, dass der Rohbau steht, jetzt geht es um die Innenausstattung und die Heizung“, sagt Hünecke. Ende des Monats werde die Außenfassade des 785 000 Euro teuren Gebäudes montiert.
Stephan Drews und Roman Zwick (re.) montieren eine Treppe im Erweiterungsbau der Grundschule.
Zu den ersten Mietern des barrierefreien Wohnens gehört Anne
Hamann, die sich hier mit Lothar Thesenvitz unterhält.
Fotos(2): Hartmut Klonowski
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Michael Schißler
setzt sich mit vieldiskutierten Projekten in Sanitz auseinander, die nun beendet wurden.
Grundlagen für das neue Jahr
Ins erste Quartal des neuen Jahres können die Sanitzer nun mit etwas Stolz gehen. Drei große Projekte sind abgeschlossen worden oder werden es demnächst. Damit dürfte es im kommunalpolitischen Bereich etwas ruhiger werden. Denn bis das barrierefreie Wohnen erst durch die Gemeindevertretung gegangen war, hat es auch seine Zeit gedauert und zahlreiche Diskussionen erfordert. Es gab Fragen in Sanitz, ob die Investition der Sanitzer Entwicklungsgesellschaft richtig sei. Sie war nicht nur richtig, sie war auch notwendig: Viele Sanitzer Senioren haben offenbar darauf gewartet, umziehen zu können. Die Auseinandersetzungen um den Umzug der Grundschule und deren Erweiterungsbau haben auch noch im vergangenen Jahr die Gemeindevertretersitzung bestimmt. Zumal die Baupreise in die Höhe geschossen sind und die Kommunalpolitiker mehr Mittel bewilligen mussten. Jetzt stehen die Fachräume für die Schule bald. Die Kommune hat damit die richtige Entscheidung getroffen – denn die Kinder, die nun in die Kindertagesstätten drängen, die wollen auch später einmal möglichst kurze Wege zur Grundschule und zum Gymnasium haben.
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Bürgermeister hat Bahnhöfe im Visier
Sanitz
– Was können wir aus dem Sanitzer Bahnhof machen? Diese Frage stellen sich derzeit Bürgermeister Joachim Hünecke und der Geschäftsführer der Sanitzer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft, Lothar Thesenvitz. Das Gründerzeitgebäude, das 1898 in Betrieb genommen wurde, befindet sich derzeit in privatem Besitz, an ihm nagt mehr und mehr der Zahn der Zeit. „Wir werden zunächst einmal Kontakt zu dem Eigentümer aufnehmen“, sagt Hünecke. „Ist das erfolgreich, werden wir eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben und sehen, was sich aus dem alten Bahnhof noch machen lässt.“ Diese Aufgabe fällt dann der Sanitzer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft zu. Thesenvitz hat sich mittlerweile die historischen Pläne besorgt. Geht es nach den Überlegungen von Hünecke, ist in dem Bahnhof „alles möglich, was sich wirtschaftlich trägt“. Mit den ersten Überlegungen zur weiteren Nutzung des Bahnhofs startet der Bürgermeister eine Aktion gegen die Schandflecken in Sanitz und den Ortsteilen. Diese hatte er auch in einer Versammlung in Groß Lüsewitz gefordert. „Der Bahnhof dort gehört noch der Deutschen Bahn AG“, sagte der Bürgermeister. An eventuellen Verhandlungen mit dem Unternehmen wolle er sich jedoch gern im Interesse der Groß Lüsewitzer beteiligen. msc
Artikel aus der Ostsseezeitung vom 17.01.2012
Zwei Jahre Pause – nun kommt Traumkarneval
Weil die Turnhalle I saniert wurde, konnten die Narren nicht auftreten, hielten aber während der Zeit zusammen.
Von Michael Schißler
Sanitz – Bei den Sanitzer Narren wissen sie, dass die Großgemeinde nicht Düsseldorf und nicht Köln ist, und dass sich nicht jeder Norddeutsche für den Karneval begeistern kann – dennoch warten die Sanitzer immer wieder auf die neue Karnevalssaison. In den vergangenen zwei Jahren dürfte den Sanitzern die Wartezeit allerdings etwas lang geworden sein, denn die Narren mussten eine Zwangspause einlegen. Zunächst war die Turnhalle I für öffentliche Veranstaltungen aus baurechtlichen Gründen gesperrt worden, die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten hatten dann mehrere Monate Zeit in Anspruch genommen. So hatten die Karnevalisten dann zeitweilig keinen Veranstaltungsort mehr. Nach der Zwangspause wird es in diesem Jahr wieder ein großes Programm in der Turnhalle I im Schulkomplex geben. „Wir haben es geschafft, dass die Vereinsmitglieder während dieser Zeit nicht alle auseinandergelaufen sind“, sagt die Präsidentin des Sanitzer Narrenclubs Gerlinde Müller, 47 Jahre, und atmet erleichtert auf. Sie und der Vorstand haben vieles unternommen, damit der Verein weiterhin aktiv bleibt. So wurde sozusagen mit einer verspäteten Karnevalsveranstaltung, dargeboten als „Tanz in den Mai“, die Sporthalle I nach Abschluss der Sanierungsarbeiten eingeweiht. Im Jahr zuvor waren die Narren von der Nachricht überrascht worden, dass die Turnhalle I für sie geschlossen wird. Damals, so erzählt Gerlinde Müller, sei man in ein Zelt ausgewichen, aber die Karnevalsveranstaltung sei dem schneereichen Winter zum Opfer gefallen. „Wir mussten die Veranstaltungen absagen“, erinnert sich Müller. Nach zwei Jahren ohne Narretei trägt das neue Programm den Titel „Sanitz – alles nur geträumt“. „Darin werden wir zu einem Teil die bösen Träume der Karnevalisten aus den vergangenen Jahren aufarbeiten, aber es geht auch um ganz einfache private oder kommunalpolitische Träume“, sagt die Präsidentin. „Wie zum Beispiel um einen Badesee oder um den Traum, dass die Sanitzer Vereine immer ausreichend Geld haben.“ Und im Narrenprogramm wird auch die Diskussion um die Sanitzer Schullandschaft eine Rolle spielen. Bevor die Karnevalisten nun aber wieder in die Vollen gehen können, müssen sie die Halle vorbereiten und sind auch schon dabei. Auch, wenn jetzt alles auf dem neuesten Stand und mit der größtmöglichen Sicherheitstechnik versehen ist, „für uns ist das Dekorieren erheblich schwieriger geworden“, sagt Gerlinde Müller. Hatte die alte Halle noch Filzwände, an denen man Stoffbahnen mühelos anbringen konnte, „müssen wir jetzt alles an Drähte hängen“. Und noch eins kommt dazu: Den Karnevalisten wird jetzt vorgeschrieben, ihre Stoffdekoration mit einem Brandschutzmittel einzusprühen. Das ist eine Menge Arbeit und kostet außerdem: 1500 Euro haben die Sanitzer Narren für das Spezialmittel schon ausgegeben. „Das drückt natürlich auf die Kartenpreise“, sagt Gerlinde Müller.
Mit einem Brandschutzmittel müssen die Sanitzer Narren ihre Dekorationen für die Sporthalle I einsprühen.
Foto: John Herrenkind*********************************************************************************************************************************************
Narren bieten Programm für die ganze Gemeinde
Der Sanitzer Narren-Club besteht seit 1995, mittlerweile hat er 60 Mitglieder. Davon allerdings stehen nicht alle aktiv auf der Bühne, sondern sind, so Gerlinde Müller, „zahlende Mitglieder“, auf die die Narren ebenso angewiesen sind wie auf die Sponsoren aus der Gemeinde, die die Veranstaltungen unterstützen. Das gesamte Programm entsteht in Eigenleistung. Der Verein hat aus seinen Reihen ein Männerballett gebildet, außerdem eine Funkengarde aufgebaut. Der Kinderfasching wird am 27. Januar um 10 Uhr in der Sporthalle I stattfinden. Die Erwachsenen sind am gleichen Tag ab 19 Uhr zum Fasching geladen. Am 28. Januar wird um 13.30 Uhr eine Vorstellung für die Senioren gegeben, am gleichen Tag um 19 Uhr gibt es wieder eine Abendveranstaltung. Karten für die Faschingsabende verkauft die Volks- und Raiffeisenbank für 15 Euro (freitags) und für 18 Euro (sonnabends).
Artikel aus der Ostsseezeitung vom 13.01.2012
Mit kleinen Safaris soll Sanitz zum Touristengebiet werden
Sie kommt aus Berlin, die einzige Frau unter den Bürgermeisterkandidaten für die Gemeinde. Sie setzt auf soziale Politik und will mit Urlaubern Geld in die Region holen.
Von Michael Schißler
Sanitz – „Es wird immer von Wirtschaftsförderung geredet, für die Kinder und die alten Menschen aber wird wenig getan“, findet Susann Beßler. Das soll sich ändern, zumindest in Sanitz und wenn sie bei der kommenden Bürgermeisterwahl gewinnt. „Das Soziale liegt mir am Herzen“, sagt die 30-Jährige, die im Harzlandkreis geboren wurde, ihr Abitur in Quedlinburg gemacht und in Berlin und Leipzig Jura studiert hat. Unumwunden räumt sie ein: „Ich habe keine Erfahrung in der Kommunalpolitik“, aber sie habe schon immer etwas bewegen und gestalten wollen. Gerade für die Kinder und die Jugendlichen, weil sie weiß, dass es nicht leicht ist, auf dem Lande aufzuwachsen. Deswegen „schwebt mir für Sanitz eine Begegnungsstätte vor, in der sich die jungen Menschen und die alten Menschen treffen und sich gegenseitig helfen können“. „Die Senioren sollen sich nicht überflüssig fühlen, wenn sie aus dem Arbeitsprozess ausscheiden“, sagt die ausgebildete Juristin, die es sich durchaus zutraut, eine Verwaltung alleine führen zu können, dennoch auf Fachleute außerhalb des Rathauses zurückgreifen möchte – jedenfalls dann, wenn es um die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde Sanitz geht. Denn allein auf die Bundeswehr will die unverheiratete Kandidatin, die in Berlin lebt, in Hinblick auf die wirtschaftliche Zukunft nicht setzen. „Das ist absolut nicht sicher, dass die Bundeswehr auf Dauer einer der größten Arbeitgeber in der Region bleibt“, sagt sie. Dabei ist Sanitz durchaus schon jetzt auf dem richtigen Weg. „Die niedrige Gewerbesteuer geht in die richtige Richtung, um Unternehmen anzusiedeln, ebenso die preiswerten Gewerbeflächen, die jetzt schon angeboten werden“, sagt Susann Beßler. Sie setzt zudem auf den Tourismus: Die Urlauber sollen Geld in die Region bringen. „Sanitz liegt mitten in Wäldern“, sagt die Kandidatin. Diese Lage müsse genutzt werden. „Nicht alle Urlauber brauchen Trubel wie an der Ostseeküste, viele suchen die stillen Orte, in denen sie sich erholen können.“ Vorstellen kann sich die Berlinerin auch, „dass hier der Jagdtourismus weiter ausgebaut wird, mit einer örtlichen Jagdschule ist da schon der Grundstein gelegt worden.“ Da könnten dann „kleine Safaris“ auf dem Urlaubsprogramm stehen. Zieht sie ins Rathaus, dann will sie sich um eine touristische Infrastruktur kümmern. „Vielleicht kann man sogar eine Elektrobahn zur Ostsee bauen“, sagt sie. Um auf solche Fragen Antworten zu bekommen, „würde ich dann auch auf Fachleute zurückgreifen, die die Lage analysieren“. Denn eins weiß sie: „Ohne solche Grundlage kann man so etwas sowieso nicht entscheiden.“ Im Hinblick auf Betriebsansiedlungen und auf einen künftigen Touristenort heißt die Maxime von Susann Beßler: „Marketing ist alles.“ Gleichzeitig aber hofft sie auch darauf, „dass der Rostocker Speckgürtel dicker wird und bis nach Sanitz reicht“, dann sei der Bestand der jetzigen Einrichtungen gesichert. Da ist sie dann wieder bei den Schulen, deren Erhalt sie auf jeden Fall sichern will. Wenn mehr Menschen in Sanitz wohnen wollen, „kann man aus den alten Gutshäusern und Bahnhöfen auch Wohnanlagen machen“. In der Ausdehnung der Gemeinde Sanitz mit ihren Ortsteilen sieht die Juristin keine Probleme. „Für die Senioren könnte man einen Einkaufsservice einrichten“, sagt sie, außerdem sei es möglich, Veranstaltungen rundum Sanitz anzubieten. „Einfach wird das alles nicht“, sagt Susann Beßler, vor allem, weil sie nicht in Sanitz beheimatet ist, aber für die Bewohner des Nordens und ihre „freundliche Gelassenheit“ hat sie viel Sympathie.
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usann Beßler setzt für die Sanitzer Zukunft nicht nur auf die Bundeswehr. Foto: Hartmut Klonowski
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Die Wahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Sanitz findet am 5. Februar statt, dann sind 4898 Wahlberechtigte aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Um das Bürgermeister-Amt bewerben sich Ronny Klein (36), Bauunternehmer aus Groß Lüsewitz, Olaf Niendorf (47), Ingenieur aus Sanitz, Susann Beßler (30), Juristin aus Berlin, und der jetzige Amtsinhaber Joachim Hünecke, (60). Erhält einer dieser Kandidaten beim Wahltermin am 5. Februar über 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, ist er zum Bürgermeister gewählt. Erreicht keiner der Kandidaten diese Marke, kommt es zu einer Stichwahl. Die Stichwahl findet am 19. Februar zwischen den beiden Bewerbern statt, die die höchsten Stimmenzahlen auf sich vereinigen konnten.
Artikel aus der Ostsseezeitung vom 12.01.2012
Wahlforum: Herausforderer blieben blass
Die vier Bürgermeisterkandidaten stellten sich den Wählern. Amtsinhaber Joachim Hünecke nutzte die Schwäche seiner Herausforderer. Die hatten ihm nicht viel entgegenzusetzen. Die Zuschauer waren enttäuscht.
von Jens-Uwe Berndt
Sanitz
– Die Stimme des ehemaligen Jugendpflegers von Sanitz, Frank Töllner, zitterte. Wut und Enttäuschung sprach aus seinen Worten, als er beim Forum der Bürgermeisterkandidaten am Dienstagabendnachgut eineinhalb Stunden seinen aufgestauten Emotionen Luft machte. „Allmählich bin ich ungehalten“, schimpfte er. „Ich sehe hier einen Amtsinhaber und daneben drei Herausforderer, die sich kein bisschen auf den heutigen Abend vorbereitet haben.“ Beifälliges Gemurmel zeigte an, dass Töllner den Kern des Problems der Veranstaltung getroffen hatte. Am 5. Februar wird in Sanitz ein neues Gemeindeoberhaupt gewählt. Joachim Hünecke (FDP), der insgesamt schon 17 Jahre der Verwaltung vorsteht, will auf seinem Stuhl bleiben. Susann Beßler (30, Juristin), Olaf Niendorf (47, Diplomingenieur), Ronny Klein (36, Bauunternehmer) sind angetreten, dem Platzhirsch Paroli zu bieten. Sie fielen bei den zahlreichen Sanitzern, die sich zur Veranstaltung im Gemeinschaftshaus drängten, allerdings fast ausnahmslos durch. „Die meisten waren total enttäuscht“, sagt Bürgervorsteher Thomas Möller (CDU). „Außer von Herrn Hünecke kam von keinem etwas Handfestes.“ Das sah der ehemalige Finanzausschussvorsitzende und bekennende Hünecke-Gegner Bernd Wienczkowski genauso. Die „klägliche Vorstellung der Herausforderer“ berühre ihn, sagte der Mann während des Forums:„Wenn ich eine Frau heirate, dann schaue ich sie mir doch vorher an. Und so hätte man von den drei Mitbewerbern erwarten können, dass sie sich wenigstens darüber informieren, wie die Finanzlage von Sanitz aussieht.“ In diesem Zusammenhang sprach er die Entlassung des Kämmerers im Herbst vergangenen Jahres an. Der Lüsewitzer Kandidat Ronny Klein betonte mehrfach, ohne Kämmerer als Bürgermeister nicht arbeiten zu wollen, Beßler und Niendorf hingegen nahmen die Situation hin. Dem Thema Gemeindefinanzen hatte von den Dreien niemand etwas hinzuzufügen. Joachim Hünecke spielte all seine Erfahrungen aus. Er trumpfte mit Zahlen, Fakten und politischen Ämtern auf. Hin und wieder verbesserte er seine Gegner, wenn diese ihm aus Unkenntnis Steilvorlagen gaben. Als Susann Beßler – sie war extra aus Berlin angereist – zum Beispiel von der Schaffung einer Begegnungsstätte sprach und ankündigte, die Kitagebühren senken zu wollen, wusste Hünecke ihr das seit über zehn Jahren existierende Gemeinschaftshaus und die momentane Beteiligung der Gemeinde am Elternanteil für die Kitakosten vorzuhalten. Beßler versuchte, sich als Anwältin der Kinder, Jugendlichen und Senioren zu profilieren, fand für diese Schiene aber kaum Zuspruch. Bauunternehmer Ronny Klein, der seine Redebeiträge immer wieder mit kleinen Witzchen würzte, zeigte von Verwaltungsarbeit ebenso wenig Kenntnis wie Olaf Niendorf, der schon bei der ersten Frage nach der Anzahl der Gemeindevertreter scheiterte. Moderator Michael Laasch, der sich als Mitglied des Sanitzer Faschingsvereins in dieser Rolle bereits einige Male bewährt hatte, gab dem Amtsinhaber äußerst viel Raum für seine Redebeiträge. Zwischenzeitlich ließ er gar Dialoge zwischen Hünecke und Forumsgästen zu, die mit ihm über aktuelle Probleme des Gemeindelebens sprachen, weshalb die Veranstaltung den Charakter einer Einwohnerversammlung bekam. Einig waren sich alle vier Kandidaten in ihrer Sicht auf Sanitz. Hünecke findet die Gemeinde toll, Susann Beßler mag die Gelassenheit der Menschen in der Region, Niendorf findet Sanitz liebenswert und Ronny Klein fühlt sich wohl in seinem Ortsteil, Groß Lüsewitz. Aber auch das fegte niemanden aus den Sitzen. Klein war es dann auch, der für das eigentliche Fazit des Abends sorgte. „Herrn Hünecke kriegen wir heute Abend nicht mehr eingeholt“, sagte er.
Das Bild spricht Bände: Amtsinhaber Joachim Hünecke redet, die Herausforderer Ronny Klein (r.) und Olaf Niendorf (2. v. l.) wirken betreten, Susann Beßler schaut zu.
Das Wahlforum stieß auf großes Interesse. Das Gemeinschaftshaus in Sanitz
war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Fotos(2): Jens-Uwe Berndt*********************************************************************************************************************************************************************************************
Es war ein Trauerspiel. Was die drei Herausforderer des Sanitzer Amtsinhabers Joachim Hünecke am Dienstagabend boten, war vor allem bemitleidenswert. Kein Profil, keine Ideen für die Zukunft der Gemeinde, kaum Ahnung von Verwaltungsarbeit. Das schlimmste war aber die Tatsache, dass keinem bewusst zu sein schien, dass Hünecke bei nicht wenigen Sanitzern längst verspielt hat. Die Amtsführung des Bürgermeisters ist umstritten und bietet Angriffsflächen. Ronny Klein gab da lieber den Ortsteilvertreter mit einem Horizont vom Lüsewitzer See bis zum eigenen Herd, Olaf Niendorf brummte grimmig ins Mikrofon und ließ Humormissen, und Susann Beßler hatte den Part des hübschen Beiwerks. Sanitz ist ihr völlig fremd. Hünecke lächelte siegessicher. Die Bürgerwaren sauer.
OZ-Mitarbeiter
Jens-Uwe Berndt meint, dass die Herausforderer bei der Podiumsdiskussion versagt haben.
Artikel aus der Ostseezeitung vom 11. Januar 2012
Sanitz vor dem Rostocker Sog schützen
Sanitz wählt einen neuen Bürgermeister und die OZ stellt die Kandidaten vor. Einer der vier Bewerber ist Olaf Niendorf. Er setzt darauf, einen attraktiven Wohnstandort mit vielen Dienstleistern zu entwickeln.Von Michael Schißler
Sanitz – Vor17 Jahren ist Olaf Niendorf nach Sanitz gezogen, deswegen kann er sich vielleicht dieses Urteil über die Gemeinde erlauben: „Einige Sachen sind viel ruhiger geworden.“ Früher sei mehr gebaut worden, es habe sich mehr entwickelt – „Ich habe das hautnah verfolgt.“ – und der 47-Jährige möchte es wohl gern wieder erleben, dass sich in Sanitz mehr bewegt, deswegen hat sich dafür entschieden, sich um das Amt des Bürgermeisters in der Großgemeinde zu bewerben. Aber auch, „weil es eine Bürgerpflicht ist, aktiv zu werden, wenn man eine solche Entwicklung erkennt“. „Sanitz“, so sagt Niendorf, „schöpft seinen Standortvorteil – die Nähe zu Rostock – nicht genügend aus.“ Dieses Plus möchte er als Bürgermeister nutzen, ummehr Einwohner zu gewinnen. „Wir haben Dienstleister am Ort, wir haben mit den Schulen und den Sportanlagen eine gute Infrastruktur im Ort.“ Das alles müsse man der Sogwirkung der Stadt Rostock entgegensetzen. Außerdem: „Wir müssen in Sanitz eine Marketingstrategie entwerfen, uns präsentieren und Investoren gewinnen.“ Einen großen Schwerpunkt setzt der Ingenieur, der Vater von zwei Söhnen ist und mittlerweile einen Enkel hat, in seinem Wahlprogramm auf das soziale Engagement, vermutlich nicht zuletzt deswegen, „weil ich ein geselliger Mensch bin“, der sich in seiner Freizeit gern dem Sport widmet. „Die Gemeinde muss für die Jungen wie für die Alten gleichermaßen attraktiv gestaltet werden“, sagt der Mann, der in seiner Wohnstraße eine gute Nachbarschaft pflegt. Er wolle niemanden benachteiligen oder ausgrenzen, „aber wir brauchen hier junge Leute mit Kindern“. Es sei schön, wenn die Gemeinde für die Neugeborenen einen Baum pflanze, „aber ich bin auch für ein Begrüßungsgeld. Um junge und alte Menschen zusammenzubringen, denkt Niendorf an Wohnmöglichkeiten für mehrere Generationen, die sich im täglichen Leben unterstützen können. Gleichzeitig will der Kandidat die Vereine erhalten und fördern. Er weiß, „dass dies nur mit Ehrenamtlichen geht“, man müsse die ältere Generation dafür begeistern. Für Handel, Handwerk und Gewerbe hat sich Olaf Niendorf auf die Fahnen geschrieben, dass sich diese Vertreter der Wirtschaft regelmäßig treffen, dabei solle es dann nicht um „Parteipolitik“, sondern „ganz praktische Sachen“ gehen. Darauf pocht Niendorf, weil er weiß, was er von den Gewerbetreibenden hat, sie sorgen mit dafür, dass Sanitz ein attraktiver Wohnstandort wird. Dies und die wirtschaftliche Stärke hätten dann ihren Vorteil, wenn es in der ferneren Zukunft vielleicht einmal um neue Gemeindezusammenschlüsse geht, „dann sind wir nicht das schwächste Glied in der Kette“. Auch für seinen Schwerpunkt „Verwaltung gestalten“ hat Olaf Niendorf mehrere Punkte zu Papier gebracht. „Ich will mit der Verwaltung vertrauensvoll zusammenarbeiten und deren Potenzial zum Wohl der Bürger nutzen.“ In seinen Augen ist dies im Moment nicht der Fall im Sanitzer Rathaus. Und in Sachen Finanzen weiß Niendorf auch: „Die Kreisumlage wird steigen“, deswegen werden er und die Verwaltung auf die Suche nach Fördermitteln gehen. Für die Großgemeinde Sanitz mit ihren 17 Ortsteilen hat er sich vorgenommen, einen Kontakt aufzubauen und zu pflegen: „Ich will den Menschen zeigen, dass sie nicht vergessen sind.“ Allerdings: Alles im Rahmen der finanziellen Machbarkeit.
Bürgermeisterkandidat Olaf Niendorf (47) mit Enkel Oliver. Opa will mehr Wohnmöglichkeiten für alle Generationen. Foto: Hartmut Klonowski
Artikel aus der Ostseezeitung vom 10. Januar 2012
So wird der neue Bürgermeister gewählt
Sanitz
– Die Wahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Sanitz findet am 5. Februar statt, dann sind 4898 Wahlberechtigte aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Vier Kandidaten bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in der Großgemeinde. Erhält einer dieser Kandidaten beim Wahltermin am 5. Februar über 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, ist er zum Bürgermeister gewählt. Erreicht keiner der Kandidaten diese 50 Prozent der Wählerstimmen, kommt es zu einer Stichwahl. Die Stichwahl findet zwischen den beiden Bewerbern statt, die die höchsten Stimmenzahlen auf sich vereinigen konnten. Der Term in der Stichwahl ist der 19.Februar. Bei der Stichwahl ist derjenige Bewerber gewählt, der die meisten gültigen Stimmen erringen konnte. Ein Ausnahmefall bei der Stichwahl ist gegeben, wenn beide Bewerber die gleiche Stimmenzahl erreichen. Dies ist sehr selten. Dann entscheidet zwischen beiden das Los. In der Gemeinde Sanitz werden für die Bürgermeisterwahl sechs Wahllokale eingerichtet. Sie befinden sich in der Kindertagesstätte Sieben Buche, im Gemeinschaftshaus in Sanitz, im Dorfgemeinschaftshaus Groß Lüsewitz, in der Bauernstube in Gubkow, im Vereinsgebäude in Reppelin und für die Wähler in Niekrenz im Feuerwehrgerätehaus Vietow. Außerdem haben die Bürger die Möglichkeit, ihre Stimme per Briefwahl abzugeben. Die Wahlbenachrichtigungen werden bis zum 14. Januar in den Sanitzer Haushalten eintreffen. Am 16. Januar können dann die Briefwähler schon ihre Entscheidung treffen. msc
Vier Kandidaten wollen Bürgermeister
werden und ins Sanitzer Rathaus einziehen.
Foto: Archiv
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Sanitz wählt einen neuen Bürgermeister:
Vier Kandidaten treten am 5. Februar an
Ronny Klein träumt von Schwimmbad und Sauna
Ein Bauunternehmer aus Groß Lüsewitz bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters. Die Infrastruktur will er ausbauen und so mehr Einwohner und mehr Einnahmen gewinnen.
Von Michael Schißler
Groß Lüsewitz – Den Entwurf seines Werbeflyers kann Ronny Klein schon zeigen, demnächst wird er in den Briefkästen in der Gemeinde Sanitz zu finden sein. „Mein Slogan ist: ,Miteinander für die Gemeinde Sanitz’“, sagt der 36 Jahre alte Mann aus Groß Lüsewitz, der sich um das Amt des Bürgermeisters der Großgemeinde bewirbt. In Groß Lüsewitz hat Ronny Klein für sich und seine Familie ein Haus gebaut, dort hat der gelernte Maurer auch sein kleines Baugeschäft mit zwei Angestellten. Praktische Erfahrungen in der Kommunalpolitik hat der gebürtige Crivitzer, der in Zittow aufgewachsen ist, nicht, „aber ich habe sehr viel politisches Interesse“. Und das konzentriert sich jetzt auf das Amt des Verwaltungschefs der Gemeinde Sanitz. Der Bauunternehmer will in der Gemeinde etwas Neues hochziehen. Oder besser: erst einmal etwas zusammenziehen. „Ich habe das Gefühl, dass die Menschen in der Großgemeinde näher und fester zusammenwachsen müssen“, sagt Ronny Klein. Das ist ihm vor allem wichtig, um die Kommune für die Zukunft vorzubereiten, denn auch, wenn er sagt, „ich sehe immer alles optimistisch“, hat er doch ein wenig Furcht davor, dass die Kommune demnächst Einbußen in mancherlei Hinsicht haben wird. „Werde ich Bürgermeister, dann werde ich die Feuerwehren und die Schulen erhalten“, sagt der 36-Jährige. Damit wolle er die Dörfer „rundherum“ stärken. „Ich setze dabei nicht auf eine alleinige zentrale Lösung.“ Wenn es um die Stärkung der Gemeinde geht, weiß Klein, wie er sie erreichen will: neue Baugebiete sollen ausgewiesen und erschlossen werden, „damit wir preiswerten Wohnraum schaffen können und wieder mehr Einwohner nach Sanitz kommen“. Dann habe die Gemeinde auch wieder mehr Einnahmen. Die Familien aus dem Ballungsraum Rostock haben nach seiner Ansicht immer noch „den Drang nach draußen.“ Daher will Klein die Strahlwirkung der Kerngemeinde Sanitz mit ihrer jetzigen Infrastruktur auch auf die Ortsteile wirken lassen. Deswegen müsse auch zum Beispiel ein weiteres Senioren-und Pflegeheim her, „damit die alten Menschen, die wieder in ihre Heimat zurückkommen, einen Platz finden können.“ Das könnte ihnen umso leichter fallen, je mehr Angebote ihnen gemacht werden. Deswegen denkt der Groß Lüsewitzer bereits auch an den Bau eines Zentrums für Freizeit und Kultur –mit Schwimmbad und Sauna. Einen Platz in der Gemeinde sollen zudem die Unternehmer finden, meint Ronny Klein. „Gemeinsam können wir mehr erreichen.“ Es müssten mehr Netzwerke geschaffen werden, „mit einem regelmäßigen Unternehmerstammtisch kann das beginnen“, sagt er. Für die Unternehmen und die Gewerbetreibenden will Klein noch mehr tun, als nur eine Plattform für sie zu schaffen. Die Lage zur Autobahn 20 sei günstig, man müsse mehr Unternehmen ansiedeln können, wenn wir mehr Werbung machen und eine Verkaufsstrategie für Gewerbeflächen finden.“ Für die Seen der Gemeinde schwebt dem Bürgermeisterkandidaten vor, sie auch wirtschaftlich zu nutzen. Er kann sich dabei Angelstellen vorstellen. „Vor allem aber müssen die Gewässer regelmäßig gepflegt werden“, sagt Ronny Klein, „so dass sie eine Rolle im dörflichen Leben spielen.“ Ein gutes Beispiel gebe Groß Lüsewitz ab: Dort steht der See im Mittelpunkt, wenn das Park- und Seefest gefeiert wird. Etwas stört sich Ronny Klein an den vielen baufälligen Gebäuden. Auch hier sei Groß Lüsewitz ein Beispiel, wenn auch ein schlechtes. Klein will dafür sorgen, dass die Flächen besser gesichert werden als bislang.
Ronny Klein mit seinen Zwillingssöhnen Lennart (links) und Tammes (rechts). Sanitz will er für die Zukunft stärken.
Foto: Michael Schißler